Bärlauch als wilder Knoblauch für den Kräuterschrank

In manchen Parks und Wäldern riecht es in der Frühjahrszeit oft stark nach Zwiebel und Knoblauch – das liegt in der Regel an dem Zwiebelgewächs Bärlauch. Oftmals wächst er dort in großen Kolonien und wird von vielen Menschen gern geerntet. Mit Bärlauch kann man viele Speisen verfeinern und leckere Butter oder köstlichen Quark selbst herstellen. Bärlauch wird im Volksmund auch als „wilder Knoblauch“, „Waldknoblauch“ oder „Zigeunerlauch“ bezeichnet.

Bärlauch im Wald

Der wilde Knoblauch wächst bevorzugt in schattigen, feuchten Laubwäldern und in Auen. © MilosJokic – Istockphoto.com

Bärenstark durch Bärlauch

Der Bärlauch trägt seinen Namen angeblich, weil ihn die Bären nach dem Winterschlaf massenhaft verspeisen. Früher dachte man, dass die Tiere deswegen so bärenstark wurden. Jedoch dient ihnen das Gewächs vielmehr zur Entgiftung und Entschlackung des Magen-Darm-Trakts.

Heilkraut und Vitamin C-Spender

Bärlauch kann nicht nur als Gewürz verwendet werden, sondern wirkt sich auch positiv auf den Körper aus. Der Waldknoblauch fördert die Verdauung und kann sogar den Blutdruck senken. Seine Heilwirkung erstreckt sich noch weiter, unter anderem ist der Zigeunerlauch antibiotisch, schleimlösend und entzündungshemmend. Außerdem wird dem Bärlauch zugeschrieben, dass er gegen Appetitlosigkeit, Frühjahrsmüdigkeit, Durchfall und Rheuma helfen kann. Neben ätherischen Ölen, Eisen und Mineralsalzen enthält er sehr viel Vitamin C.

Verwendung

Fein gehackt ist Bärlauch ein vielseitiges Gewürz, welches Suppen, Fleisch und anderen Speisen einen Knoblauch-Geschmack verleiht. Das Zwiebelgewächs kann so einfach und unkompliziert wie Schnittlauch verwendet werden. Die Samen des Bärlauchs schmecken eingelegt besonders köstlich und erinnern an grünen Pfeffer – in dieser Form passen sie perfekt unter Weichkäse oder in Soßen. Die tief in der Erde sitzenden Zwiebeln können außerdem Ende Mai ausgegraben und eingelegt werden. In dieser Form dient der Bärlauch als hervorragender Kapernersatz.

Lagerung und Unterscheidung

Bärlauch sollte nicht getrocknet werden, weil er dann seine wertvollen Inhaltsstoffe sowie einen Großteil seines Geschmacks verliert. Am besten werden die Blätter des wilden Knoblauchs im April oder Mai frisch gesammelt und sogleich verwendet bzw. verarbeitet oder eingefroren. Vorsicht ist beim Sammeln geboten, weil der Bärlauch den Blättern der Maiglöckchen sowie Herbstzeitlosen stark ähnelt. Bei Verwechslung drohen schwere oder sogar tödliche Vergiftungen.

Große Beliebtheit

Beim Sammeln des Bärlauchs sollte man zurückhaltend sein, denn Bärlauch wird immer beliebter und von vielen Menschen gepflückt. Jedoch verbreitet sich die Pflanze eher langsam und ohne die nötige Blattmasse kann sie das nächste Jahr nicht überleben. Es gilt die Regel, zwei Drittel stehen zu lassen, um die Überlebenschance des leckeren Kräuters zu sichern. Es gibt Bärlauch übrigens – aufgrund seiner Begehrtheit – immer öfter frisch auf dem Markt oder sogar im Handel zu kaufen, dafür wird er extra angebaut. In diesem Fall kann man ohne schlechtes Gewissen eine Vielzahl an Blättern kaufen.

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